Wenn wir schon unter einer CDU-Regierung mit Justizskandalen konfrontiert werden, wie etwa fragwürdigen Deals oder politisch motivierten Ermittlungen, dann lässt sich erahnen, was uns unter einer AfD blühen könnte. Die Vorstellung, dass eine Partei mit autoritären Tendenzen und zweifelhafter personeller Vergangenheit an Einfluss gewinnt, ist nicht nur beunruhigend – sie ist brandgefährlich.
Was dabei besonders absurd wirkt: Ausgerechnet die Anhänger der AfD, die bei jeder Gelegenheit gegen Die Linke hetzen und reflexartig „Stasi!“ rufen, ignorieren geflissentlich, dass ihre eigene Partei ehemalige Stasi-Mitarbeiter in ihren Reihen duldet – und das nicht nur vereinzelt. Recherchen von CORRECTIV zeigen, dass mindestens 34 frühere hauptamtliche Stasi-Männer heute in der AfD aktiv sind. Darunter etwa Bob Polzer, der für die AfD im Chemnitzer Stadtrat sitzt und bei der Landtagswahl in Sachsen kandidiert. Auch Enrico Komning, Bundestagsabgeordneter und parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion, diente einst im berüchtigten Wachregiment „Felix Dzierzynski“, einer militärischen Einheit der DDR-Staatssicherheit.
Man kann sich das wirklich nicht ausdenken: Während die AfD sich als Kämpferin gegen das „System“ inszeniert, trägt sie selbst die Schatten der DDR in ihren Strukturen. Und ihre Wählerschaft? Die scheint sich lieber in Empörung über andere zu verlieren, statt vor der eigenen Haustür zu kehren.
Diese Doppelmoral ist nicht nur heuchlerisch – sie ist gefährlich. Denn sie zeigt, wie leicht sich Geschichte verdrehen lässt, wenn man nur laut genug schreit. Wer wirklich für Transparenz, Gerechtigkeit und demokratische Werte einsteht, sollte sich nicht von populistischen Parolen blenden lassen, sondern kritisch hinschauen. Gerade jetzt.





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