Persönlichkeit ist nicht gleich abhängig von Herkunft etc.!

Anknüpfend an meinem letzten Beitrag, möchte ich nochmal näher darauf eingehen, dass es wirklich keinen Unterschied macht, aus welcher Gesellschaftsschicht wir stammen. Persönlichkeitsmuster ziehen sich durch unser Miteinander und sind völlig unabhängig unserer Herkunft. Die Spaltung begünstigt die Gewalt. Das ist das Problem! Zu glauben wir wären anders, wenn wir uns in der Art zu leben, voneinander abheben, ist schlichtweg irreführend. Es gibt Reiche, die bleiben bodenständig und es gibt Arme, die heben absolut, ohne jeglichen Realitätsbezug, ab.

Persönlichkeitsstörungen sind nicht bloß in Psychiatrien vertreten, sondern ziehen sich durch unsere Gesellschaft. Betroffene, die das Thema publik machen, sind diese, die selbst das Muster erkannt haben und versuchen es zu durchbrechen. Alleine deswegen ist das Stigma gegenüber psychisch Erkrankten, absolut unsinnig. Selbstreflexion ist IMMER gesund. Es erfordert Mut, sich seinen Dämonen zu stellen, insbesondere weil wir in einer Gesellschaft leben, in der Schwäche nicht gezeigt werden darf.

Ganz im Gegenteil ist und bleibt es schwach, wenn wir in Illusionen über uns selbst leben. Das ist nicht die Realität und alles, was sich dieser entzieht, ist toxisch. Unsere Systeme, unsere Einstellung zum Leben, ja, unsere Gesellschaft ist krank! Das ist die Wahrheit und unser Streben nach Übermenschlichkeit wird uns irgendwann das Genick brechen. Wir flüchten vor Schmerz. Immer und immer wieder tun wir das. Aber Negativität gehört zum Leben nun mal ganz einfach dazu. Und es ist eine Tatsache, dass Menschen, die vor eigenen Verlusten davonlaufen, anderen die doppelte Menge an Leid aufbürden. Sein eigenes Fühlen, Denken und Handeln zu überdenken bedeutet Verantwortung zu übernehmen. Das ist die Antwort für die meisten Probleme auf dieser Welt.

Wir haben verlernt zu erkennen, dass unsere Entscheidungen Auswirkungen haben. Die Konsequenzen daraus sind uns entweder nicht bewusst oder schlichtweg egal. Wir sind bequem geworden und glauben viel zu oft, dass wer anderes das Leben schon richten wird. Ein Mensch gilt erst als psychisch krank, wenn er anderen oder sich selbst Leid zufügt.

 Sei es bewusst oder unbewusst. 
Das heißt, dieselben Verhaltensmuster müssen nicht zwangsläufig als krank eingestuft werden. Es kommt auf die Ausprägung an. Unsere Gesellschaftssysteme jedenfalls machen mehr kaputt als sie nützen. Wer darin gut eingegliedert ist, sollte sich Gedanken um seine Verantwortungsbereitschaft machen. Es ist immer leichter, sich von einer suggerieren Sicherheit abhängig zu machen.

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