Alltagsstruktur und Lebensziele

Welche Hürden bringt Eure Erkrankung mit sich. Habt Ihr einen geregelten Tagesablauf, oder sogar so etwas wie Struktur? Findet Ihr darin Zufriedenheit oder habt Ihr das Gefühl, dass Euch die Decke über den Kopf zusammenbricht?

Gestern war meine Mutter so lieb eine Urinprobe für mich beim Urologen abzugeben. Da das Auto immernoch in der Werkstatt war, ist sie extra mit dem Fahrrad dorthin gefahren. Gegen Nachmittag erhielt ich dann schon das Ergebnis. Alle Bakterien, die für meine Blasenentzündung verantwortlich waren, sind nun erfolgreich abgetötet und dennoch fühlte ich mich abgeschlagen, wie bei einem grippalen Infekt. Laut Urologe sei das wohl normal. Ich bin mir aber einfach nicht sicher, ob das alles nicht doch mit meinem Immunsystem zu tun haben könnte, sprich mit den Mastzellen, zumal das Antibiotika auch noch mal mitmischt.

Letzter Satz des Arztes im letzten Krankenhausaufenthalt war: „Wir konnten nichts im Gehirnwasser finden. Alle Untersuchungen waren unauffällig, aber Sie neigen zu starken Entzündungen. Den Grund dafür kennen wir jedoch nicht!“ … Immer wenn ich „krank“ werde, habe ich mit entzündlichen Reaktionen zu tun, was einfach auch nochmal für MCAS spricht. Ich muss also irgendwie weiterkommen. Dringend! Gegen späten Nachmittag dann, bekamen meine Eltern ihr Auto wieder, sodass ich mich heute erstmals wieder beim Psychologen meldete, um dann für die kommenden Wochen irgendwann einen neuen Termin zu machen. Da ich heute sowieso mal etwas früher wach war als sonst, weil ich ja eigentlich zur Physiotherapie gehen wollte, (ich aber eine falsche Uhrzeit notiert hatte und somit nicht zur rechten Zeit erscheinen konnte, siehe IGT Video…), telefonierte ich erst mal bei Ärzten rum: Endokrinologe, spezielle Praxis für MCAS Erkrankungen, Gastroenterologe und erreichte NIEMANDEN…

Am Telefon zu sitzen hält auf, insbesondere dann, wenn alle unterschiedliche Telefonzeiten haben. Ständig ändern sich meine Planungen. Entweder meldet sich unverhofft meine Erkrankung, oder Termine ändern sich. Meist kommt dann eh alles aufeinander, wo Monate lang gar nichts ging. Manchmal bin ich allen Ernstes, dem Wahnsinn nahe. Ich hätte so gerne einen geregelten Tagesablauf. Zudem habe ich Ziele, die ich, trotz all der Hürden, erreichen möchte. So würde ich unheimlich gerne die Renovierungsarbeiten zuende bringen, die ich die letzten zwei Jahre begonnen habe, um endlich wieder etwas aufatmen zu können und wenigstens außerhalb meines Geistes mehr Ordnung zu schaffen. In meinem Kopf herrscht immerzu ein schreckliches Chaos. Ich denke das kennt Ihr auch, oder? 


Deswegen bin ich sehr perfektionistisch. Ich möchte meinem Leben die Struktur zurückgeben, die ich aufgrund des ganzen Kuddelmuddels so schmerzlich vermisse.
Ich will so gerne wieder, ohne Stress im Hinterkopf, zeichnen oder schreiben können. 
Wie sortiert Ihr Euch, bei all dem Stress?  
Schreibt es gerne in die Kommentare. 

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