Ich bin depressiv.
Die Akne ist so stark, dass nur Jodsalbe und viel Make-up hilft. Vermutlich habe ich auch wieder einen Zinkmangel. Seit Wochen nur Regen, kaum Sonne, viel Wind und Kälte. Eine Kombination, die tödlich ist. Ich habe vermehrt Lust auf Zucker und muss aufpassen, nicht mein Limit zu überschreiten.
Irgendwann beißt sich die Katze in den Schwanz. Zu viel Histamin macht müde und schwach. Zu viel Kaffee, gegen die Müdigkeit steigert den Histamingehalt im Körper. Dinkelkaffee vertrage ich derzeit nicht… Dieses ständige Improvisieren schlägt sich aufs Gemüt. Nichts, aber auch gar nichts geht voran. Psychologen sind voll. Alles wie gehabt. Das Zentrum für seltene Erkrankungen in Bonn hat mich per E-Mail an die Mastzellenhilfe verwiesen, um einen Arzt zu finden. Auf der Website sind Anlaufstellen angegeben. Längst habe ich mich bei einem zuständigen Krankenhaus gemeldet, aber keine Antwort erhalten. Telefonisch erreicht man kaum wen.
In meinem Kopf höre ich andauernd die Therapeutin meiner Vergangenheit sprechen: „Sie sollten mal ins Handeln kommen, Frau Nilges!“ …
Ja. Seit fünf Jahren tue ich dies unentwegt… Wie ein Wanderpokal werde ich von Organisation zu Organisation gereicht.
Meine Geduld ist strapaziert.
Meine Hoffnung ist am Tiefpunkt angelangt. Wenn ich weine, sind meine Tränen nur Tropfen auf dem heißen Stein. Es bringt nichts. Ich verstumme…
Ich lebe vor mich hin und funktioniere.
Mal im Ernst… Es kann doch nicht sein, dass Menschen mit chronischen Erkrankungen alleine gelassen werden. Und wie viele Menschen glauben immer noch, man wäre eigenverantwortlich in diese Misere hineingeraten…





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