Es anderen recht machen

Wir wollen es anderen oft recht machen. Unbewusst!

Denn würden Menschen, einige ihrer Bedürfnisse, die sie für ihr „gutes Recht“ empfinden, offen kundtun, wäre es mit großer Wahrscheinlichkeit plötzlich ruhig um sie. Es geschieht also schleichend. Still. Manipulativ. Und wir bemerken oft gar nicht, wie sich Schuldgefühle bei uns einschleichen und wir unbewusst Angst haben, abgelehnt zu werden, wenn wir nicht so auf Menschen zugehen und sie nicht so behandeln, wie sie es gerne hätten. Wir verlieren auf diese Weise vielleicht nicht unser Umfeld, wohl aber ganz sicher uns selbst. Das ist tausendmal schlimmer.

Es geht sogar so weit, dass wir unsere eigenen Bedürfnisse gar nicht mehr wahrnehmen, geschweige denn Entscheidungen treffen können. Permanent überkommt uns eine Unsicherheit, die irgendwann zu unserem stetigen Begleiter wird. Sind wir in diesem Zustand erst mal gefangen, werden wir abhängig von der Meinung anderer. Und der Kreislauf beginnt von vorne. Ausbrechen können wir nur, indem wir unsere Muster erkennen und unsere tiefsten Ängste begreifen. Dann gilt es, daran zu arbeiten und einfach den Fokus wieder auf uns selbst zu richten. Fragt Euch ganz bewusst, was Ihr für ein Leben führen wollt und akzeptiert, dass wirklich ALLE Menschen, die Euch von Euren Wünschen und Zielen, abhalten wollen, weg können.

Es wird nämlich unangenehm werden, die Bedenken, Ängste und Glaubenssätze der anderen zu übernehmen. Wenn Ihr trotzdem Menschen in Euer Leben lasst, die Eure Entscheidungen nicht akzeptieren, kann es sogar richtig gefährlich für Euch werden. Im Falle Eures Erfolges, könnte es passieren, dass die anderen sich abgehängt fühlen und merken, dass sie sich weniger zutrauen, als Ihr es tut. Ohne es beabsichtigt zu haben, spiegelt Ihr ihnen, ihre Minderwertigkeitsgefühle und Ängste. Da sich jeder Mensch vor Selbstwertangriffen schützen möchte, könntest Du nun bekämpft werden. Selbstverständlich hast Du niemanden angegriffen…

MAN FÜHLT SICH NUR ANGEGRIFFEN!

Die meisten Menschen wollen ihr Spiegelbild verändern, ohne zu erkennen, dass sie sich selbst verändern müssten. Und da liegt das größte Problem. Die wenigsten können über ihren Schatten springen und sich Selbstzweifel eingestehen. Der Glaubenssatz „Ich bin nur wertvoll, wenn ich selbstbewusst bin!“ Setzt uns gesellschaftlich unnötig unter Druck. Bzw. ein Denkfehler entsteht. Selbstbewusstsein hat nichts mit Perfektion zu tun. Es geht um Selbstakzeptanz. Wir werden nie einen Grad der Zufriedenheit erreichen, wenn wir uns nicht so annehmen, wie wir jetzt mal sind. -Mit allen Gefühlen, die dazu gehören. Tun wir das und stehen wir zu dem, wer wir sind, können wir uns auch viel besser von dem Anspruch lösen, es alles recht machen zu wollen. Es wird uns guttun, Menschen in unser Leben zu ziehen, die uns so sein lassen können, wie wir nun mal sind. Dann ist es nämlich möglich, gemeinsam zu wachsen. 

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