Krankheit ist vielen ein Fremdwort!

Sie kennen alle den Zustand einer Erkältung. Sie wissen, wie es ist, mal ein paar Tage Bauchschmerzen zu haben oder für eine Zeitlang das Bett hüten zu müssen.

Aber wie es ist, wenn dieser Zustand immer wieder über Jahre zurückkommt und einen auch noch von Tag zu Tag überrascht, können sie sich nicht im Ansatz vorstellen.

Es ist wie eine Achterbahnfahrt: An den guten Tagen funktionieren wir, an den schlechten Tagen existieren wir.

Freude? Spaß? Seelenfrieden? Zukunft? Erfolg? Sinn?

Fehlanzeige. Wie denn auch?

Wenn wir krank sind, sind wir krank! Wenn wir uns annähernd gut fühlen, dann müssen wir schauen, wie wir unsere Energie sinnvoll einteilen. Da wartet unser Haushalt und andere Pflichten.

Berichten wir anderen davon, quäken sie uns an: „Ja, so ergeht es allen. Das Leben ist nun mal kein Ponyhof!“

Wie unzufrieden müssen gesunde Menschen sein, wenn sie uns unsere Lebensschicksale absprechen?

Sie WOLLEN nicht verstehen, dass wir benachteiligt sind. Wir müssen auf so vieles verzichten, was für andere selbstverständlich ist, und jede Leidbekundung über Pflichten, die sich für uns wie Strafe anfühlen, ersticken sie frech im Keim.

Sie diskriminieren uns – machen uns mundstill.

Nach außen hin sehen wir oft aus wie jeder andere auch. Wir lachen, wir kleiden uns nach unserem Geschmack und wollen die Krankheit nicht gewinnen lassen.

Wir möchten unsere Schmerzen, unsere Defizite einfach mal vergessen.

Das führt zu dem irrtümlichen Glauben, wir wären Simulanten.

„So krank siehst du gar nicht aus!“

„SO SOZIAL INKOMPETENT UND DUMM SIEHST DU GAR NICHT AUS!“

… Wie oft schlucke ich diesen Satz hinunter.

  • WEIL „ICH“ SOZIAL KOMPETENT BIN! Und weil ich weiß, dass Widerworte schnell dazu führen, Machtmissbrauch am eigenen Leibe zu spüren.

Da wird man nämlich schnell mal aus einer Organisation rausgeworfen. Da gilt man schnell als aufmüpfig und undankbar.

Und wenn man krank ist, ist man automatisch auf Hilfe angewiesen. Ein falsches Wort und wir können schauen, wo wir Unterstützung finden.

Unsere Hilfsbedürftigkeit wird gegen uns verwendet. Unser Wert wird uns abgesprochen.

Da ist die Würde eines Menschen dann plötzlich doch anlastbar? Wieso steht das denn nicht im Grundgesetz? Diese Frage stelle ich mir seit Jahren! In der Maßnahme fielen die Aussagen, mein Krankheitslebenslauf wäre „verschwurbelt“, meine Symptome kämen von einer Depression. So. Punkt. Auf die Frage hin, ob ich die MCAS-Broschüre mitbringen sollte, wurde der Vorschlag radikal verneint. Ich habe deren Sichtweise zu schlucken. Andere wissen nun besser über mich Bescheid als ich! Ich habe kein Mastzellenaktivierungssyndrom.

Ich habe eine Depression. Immerhin spricht man mir meine Symptome nicht ab. Aber was bringt mir das, wenn ich durch die Meinung anderer in einem völlig falschen Licht dastehe und dementsprechend nicht ordnungsgemäß verstanden werde? So wie mir ergeht es vielen chronisch Erkrankten. Und es macht mich einfach nur wütend! Zu unserem Leid kann und sollte sich NIEMAND eine Meinung bilden! Diese Autoritäten, die sich auf irgendeine Position etwas einbilden, sind unfassbar inkompetent und verfügen über eine sehr niedere emotionale Intelligenz! BASTA!

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