Fortschritte und der Stolz

Wenn man über sich hinaus wächst und Dinge schafft, die zuletzt vor einigen Jahren möglich waren, steht man da und fragt sich, ob das überhaupt noch authentisch ist!

Ich bin doch chronisch krank, körperlich nicht so belastbar und psychisch ziemlich ängstlich.

Aber ich freue mich. Ich bin heute gefühlt 15 Kilometer zu Fuß gelaufen und habe Verantwortung für meine zwei Rabauken getragen. Shaki (Mein Hund) war nie einfach, ist es immer noch nicht, (obwohl alles um einiges besser geworden ist) und hat leider panische Angst vor Zügen. Die sind schnell, die sind laut, die sind gigantisch groß für ihn und in seinem Größenwahnsinn würde er sie am liebsten zerfetzen. Wer hier in der Realität wen zerfetzt, liegt auf der Hand.


Die Angst dieser Cattledogmischlinge, ist nicht ungefährlich! Er geht auf Angriff, er flüchtet nicht. Also heißt es konzentriert zu sein, ihn gut zu sichern, ihn zu beruhigen und trotz seiner peinlich schrillen Bellanfälle die Bahn zu betreten. Die Leute gucken, die Leute sind genervt und mein Ex und ich, loben diesen armen Hund, ähnlich wie ein Kind, weil er seine Angst überwunden hat und sogar Leckerchen zur Belohnung annimmt.

Es war nur eine Station, die wir ihn diesen Stress ausgesetzt haben! Letztlich bin ich so stolz auf ihn, aber auch auf mich, weil ich in der Lage war entspannt zu bleiben, meine Ängste mal total zu vergessen und für meinen Hund da zu sein. Das bin ich eigentlich immer. Aber der Stress durch körperliche Beschwerden und Angstgefühlen, belastet einfach im Alltag. Heute war alles mal gut.

Ich fühlte mich wohl, ich hatte Kraft, mir war nicht übel, ich war einfach frei und hab das Wetter und die Wandertour genossen.

Das war so lange nicht mehr möglich gewesen.

Antihistaminika sind wirklich meine Rettung. Ich bin den MCAS Betroffenen hier auf Instagram so dankbar für den Austausch und die Hilfe. Ja, ich kämpfe durchaus des Öfteren mit einem schlechten Gewissen, wenn ich mitbekomme, wie andere immer noch mit Symptomen kämpfen und mit tiefer Verzweiflung ringen. 😔

Ich freue mich, ja, aber da bleibt immer ein Beigeschmack…

Und die Frage: Betrüge ich mich selbst? War ich damals zu jämmerlich und zu schnell hilflos… ganz ehrlich, es wird sicherlich auch wieder Tiefpunkte geben. … Darf ich dann auch wieder traurig sein? – Ja, klar! Emotionen sind da, um gefühlt zu werden. Das Leben ist nun mal ein Auf und ein Ab. Es wird Zeit, das gesellschaftlich mal zu akzeptieren!

Hinterlasse einen Kommentar