Niemand möchte gerne Opfer sein!
Manch einer wird es aber und fühlt sich schuldig. Ein Kreislauf der Gewalt.
Warum?
Ganz einfach, wer seine Scham und Schuldgefühle nicht hat verarbeiten und ablegen können, der versucht sie zu verstecken und zu kompensieren. Es liegt auf der Hand, dass jemand, der sich Schwäche und Verletzungen nicht erlaubt, andere angreift, die völlig aufrichtig mit ihren Gefühlen umgehen. Das Gerücht der Opferhaltung, kommt meiner Meinung daher, dass Manipulatoren sich diese zu Nutze machen und versuchen Menschen darüber, an sich zu binden und für sich verantwortlich zu machen.
Dabei handelt es sich um eine missbräuchliche Verhaltensstrategie. Subtile Gewalt ist so unsichtbar, dass sie sich oftmals isoliert zwischen Täter und Opfer, abspielt. Außenstehende möchten nichts damit zu tun haben, halten emotionalen Missbrauch für einen persönlichen Konflikt zwischen zwei Personen.
Gewalt an Kindern verläuft meist hinter verschlossenen Türen. Narzissten spielen in der Öffentlichkeit den perfekten Elternteil und können nur unter der Gewährleistung eines Publikums, Nähe zeigen. Für die Kinder ist dies größtenteils schwer nachzuvollziehen.
Die Schwester meines Expartners wies Verhaltensweisen auf, die auf das Münchhausen bei Proxy -Syndrom deuteten. Sie dramatisierte die Erkrankungen ihrer Kinder, um darüber ihre überfürsorglichen Mutterqualitäten unter Beweis zu stellen. Als Erklärung für ihr Motiv, den zwei Jungs Mädchenkleidung und Mädchenspielzeug zu kaufen, behauptete sie, es wäre ihr ein Anliegen, die Jungs Unisex aufzuziehen. Sie kreierte sich eine Scheinwelt und jeder aus ihrem Umfeld hatte eine bestimme Rolle zu spielen, damit ihre perfekte Welt in Ordnung war.
In Absprachen mit den anderen, die teils auch den Umgang mit den Kindern kritisierten, meldete ich den Fall beim Jugendamt. Unabhängig der Art, wie man mit den Kindern umging, wies die Wohnung meiner fast Schwägerin, Chaos auf. Ich kann mich daran erinnern, dass ihr Vater Druck machte, endlich aufzuräumen, weil er Sorge hatte, dass seine Enkel vom Jugendamt in Beschlag genommen würden. Als ihr Sohn erbrach, wischte sie nur kurz mit einem Zewa das Erbrochene weg, ohne es zu desinfizieren, der Kleine krabbelte sekündlich später dadurch. Es war unhygienisch, ekelhaft. Der Winteleimer türmte sich und mein damaliger Freund berichtete, dass es dort nach Exkrementen riechen würde, weil die Schwester meines Expartners mit Stoffwindeln wickelte und die gesammelten Einlagen offen in einem Wäschekorb lagerten. Immer wieder sah man die Verwahrlosung. Der Mangel an Verantwortung war optisch sichtbar. Das Jugendamt jedoch, sagte bloß, sie könnten rechtlich nichts machen, sobald keine eindeutige Kindeswohlgefährdung vorläge.
Selbst als ich, mit dem Wissen über meine posttraumatische Belastungsstörung, auf Anraten den Weißen Ring kontaktierte, wurde mir nicht geglaubt! Man sagte mir wortwörtlich, es würde sich lediglich um zwischenmenschliche Probleme handeln. -Man wüsste nicht, was ich von der Opferhilfestelle wolle. Immer wieder wurde ich in meiner Wahrnehmung verkannt. Immer mehr Schuldgefühle übermannten mich, weil man die Intensität der Geschehnisse kleinredete. Ich fühlte mich immer mehr, wie eine gefühlsduselige alte Kuh…
Ich war scheinbar das Problem und alles was meine narzisstische Fast Schwägerin tat, war völlig in Ordnung. Niemand hielt es für notwendig, einzugreifen. Wenn wir also gesellschaftlich niemals handeln und Täter niemals die Konsequenzen, für ihr Verhalten, tragen müssen, bekommen diese Narrenfreiheit. Die Hemmschwelle sinkt immer weiter…
Immer mehr pathologische Narzissten werden an die Oberflächen gespült, weil es keine Gesetze gibt, die emotionale Gewalt einzudämmen versuchen. Und wenn Opfer keine Lobby finden, um gesund ihre Traumatas zu verarbeiten, besteht die Gefahr, dass auch diese irgendwann verbittern und selbst zu potenziellen Tätern werden. Wie ein Lauffeuer gewährleisten unsere Systeme, das Vermehren von Traumatas und Gewalt.





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