Jetlagbesoffen

Jeder Tag fühlt sich wie eine lange Reise an,
die Uhrzeit verdreht das Nebenan,
sie vergeht im Tagesdrang,
der Flug in die weite Leere klopft abends an.

Der tägliche Flug an Bord der Gedanken,
schlaflose Nächte, die in den Stunden versanken,
wo die Flugbegleiter Schlange stehen,
kann man Sterne explodieren sehen.

Das Klo an Bord ist voll getroffen,
vom Rand herab verschmiert das Gluck,
Turbulenzen rissen den Himmel offen,
doch endlos erschien der Flug zurück.

An Bord mit dem Blick am Fensterrand,
angeschnallt im Luftloch versunken,
hat mein Kopf sich nicht erkannt,
vollgesoffen vom Augenblick, jetlagbetrunken.

Flaschenweise entkorkt, daran genippt,
bis alles schweigt und mit sich wippt,
nehmt meine Reise nicht zu ernst,
denn das Leben hat manchmal den Geist gechippt.

Ach, was bin ich tatenlos,
manch ein Moment ist nur eine Tat ganz bloß,
aber seht dies als eine Postkarte, leicht angetrunken,
ich habe euch nur mal kurz zugewunken.

Denkender Blick, lass mich doppelt sehen,
dann kann ich die Reise besser verstehen,
so habe ich den Lebenssinn getroffen,
mit ihm angestoßen war ich danach ganz jetlagbesoffen.

2 Antworten zu „Jetlagbesoffen“

  1. einfach klasse poetisiert….wie immer fantastisch Michi 🙏🏻💖⚘

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  2. Ich danke Dir Sigrid und wünsche Dir einen schönen 2.Advent

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