Erinnern heißt kämpfen.

„[L]angsam, verworren brach sich bei uns der Gedanke Bahn, daß wir allein waren, daß wir keine Verbündeten hatten, auf die wir zählen konnten, weder im Himmel noch auf Erden, daß wir die Kraft zum Widerstand in uns selbst finden mußten“ Primo Levi


Die Situation für Jüdinnen*Juden war während der NS-Zeit schier ausweglos. Kaum ein Land von Dänemark und Albanien einmal abgesehen, versuchte die jüdische Bevölkerung zu schützen. Viele Länder verschlossen ihre Grenzen oder begrenzten die Einwanderung (z.B. das Mandatsgebiet Palästina).


Manche Jüdinnen*Juden entschieden sich zum bewaffneten Widerstand, andere für eine widerständige Haltung des Überlebens oder setzten sich über die nationalsozialistischen Ausgrenzungsmaßnahmen hinweg. Wenn wir an die Verfolgten und Ermordeten erinnern, dann als lebendige Subjekte und nicht als passive Opfer.


Erinnern heißt kämpfen. Viele Überlebende und ihre Nachfahren kämpften auch nach 1945 gegen die Kontinuitäten antisemitischer und rassistischer Gewalt. Wenn wir uns mit der Shoa beschäftigen, dann sollten wir bereit sein, das Ausmaß des Grauens erst einmal zu akzeptieren. Wenn wir dann Lehren daraus ziehen wollen, dann nicht nur universalistische.


Es ist beispielsweise richtig, zu erkennen, dass sich der Umgang mit Geflüchteten heute ähnelte. Aber dabei darf nicht vergessen werden, welche Bedeutung der Antisemitismus in der NS Ideologie hatte. Wer einseitig universalistische Antworten auf die Fragen gibt, die diese Verbrechen hervorbringen, macht sich für die zweite Schuld verantwortlich: die Schuld des Vergessens und Verdrängens.

Yom haShoa ist nicht nur der israelische Gedenktag für die Ermordeten der Shoah. Er steht weltweit für die Erinnerung an den Widerstand von Jüdinnen*Juden gegen ihre Verfolgung und Vernichtung durch die deutschen Nationalsozialist*innen und ihre Kollaborateur*innen.

Der Widerstand war vielfältig: Aufstände im Warschauer Ghetto und in den Vernichtungslagern Treblinka, Sobibór und Birkenau, Kampf durch Partisanengruppen. 1,5 Millionen Jüdinnen*Juden kämpften in den Armeen der Alliierten gegen Nazi-Deutschland.

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