Ceuta: Wie aus einem plausiblen Verdacht plötzlich eine Tatsache wird

Nach einem starken Zustrom von Menschen in die spanische Exklave wurde schnell darüber spekuliert, ob dahinter eine gezielt gesteuerte Social-Media-Kampagne oder sogar eine Form hybrider Einflussnahme stecken könnte. Soziale Netzwerke können Bewegungen beschleunigen, Gerüchte verbreiten und innerhalb kürzester Zeit viele Menschen erreichen.

Allerdings nur weil es plausibel klingt ist es eben aber noch kein Beleg.

CORRECTIV hat die verfügbaren Hinweise nachrecherchiert und kam bislang zu einem deutlich nüchterneren Ergebnis: Social Media spielte bei der Verbreitung von Informationen eine Rolle. Konkrete Belege für eine zentral gesteuerte Kampagne fanden die Recherchierenden jedoch nicht.

Natürlich kann ein virales Video Auswirkungen auf reale Entscheidungen haben. Dafür braucht es aber nicht automatisch eine Kommandozentrale, einen Geheimdienst oder einen großen Plan.

Hinter den Bewegungen Richtung Ceuta stehen einzelne Menschen mit eigenen Motiven, Hoffnungen, Fehlinformationen und Entscheidungen. Manche können durch Posts beeinflusst worden sein. Andere durch Freunde, Familie oder bestehende Migrationsrouten. Man darf eben nicht immer alles zu stark vereinfachen, aber in so einer populistischen Zeit leben wir leider nun derzeit…

Solange diese Belege fehlen, bleibt die saubere Formulierung: Social Media war relevant. Eine zentrale Steuerung ist bislang nicht nachgewiesen. Diese Unterscheidung ist vielleicht nicht so befriedigend wie eine große Enthüllung. Dafür schützt sie uns davor, aus Verdacht Gewissheit zu basteln. Wir sind nicht besser als die Springer Propaganda Maschinen, wenn wir uns zu leicht zu solchen News hinreißen lassen, weil wir es gegen rechte Flüchtlings Hetznews verwenden könnten. Wir wollen doch besser sein oder nicht?

Für mich ist das eine der wichtigsten Regeln bei politischen Recherchen: Eine Gegenhypothese muss immer mit am Tisch sitzen. Linksprogressive liberale Meinungsmacher bauen sich mit Ethik und Moral schon eine so große Fallhöhe auf, dass wir uns so etwas eben nicht leisten können.

Es gibt genug andere TATSÄCHLICHE FAKTEN gegen RECHTE, daher checkt unbedingt Correctiv ab 😉

Quelle


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