Oh heiliges Hufeisen…

Von Hammer und Sichel, über „HotDog“, bis rechts – alle entdecken ein Problem mit einem Aktionsplan gegen Antisemitismus.

Bild 6 ist dabei aus einem Buch, ca 1890 oder etwas später. Damals schon korrekt analysiert und 2026 in den Reaktionen bestätigt.

Es ist halt echt so übel.
Und ein Aktionsplan gegen Antisemitismus ist so unheimlich notwendig. Nicht zuletzt durch diese – und noch viel mehr – Stimmen belegt.

Heiliges Hufeisen!

AE-TV Ergänzungen:

Eine Theorie, die auch das Gegenteil erklärt

Am 29. September 2026 kündigt New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani die erste umfassende kommunale Strategie der Stadt gegen Antisemitismus an: mehr Geld für Hate-Crime-Prävention, Schutz für Synagogen und andere Gotteshäuser, Holocaust-Bildung. 26 Millionen Dollar für das Office for the Prevention of Hate Crimes waren bereits beschlossen (New York City Government). Dazu zitiert er sinngemäß Sanhedrin 37a: Wer eine Seele erhält, erhält eine ganze Welt.

Ein Account macht aus dem Zitat „JEWISH SUPREMACY“, weil die Sefaria-Fassung tatsächlich „one soul from the Jewish people“ schreibt. Frühere Handschriften kennen allerdings die allgemeine Form „one soul“, und das Schechter Institute beschreibt die Einschränkung als spätere Lesart (Sefaria). Beide Fassungen stehen also in der Überlieferung selbst. Wer das weiß, hat für einen Wutpost leider zu viel gelesen.

Mr. Sausage hält Mamdani für ein „Israeli/Jewish/Epstein/New World Order plant“, Trump sei im Grunde dasselbe, „every leader is owned by the same“. Henri Fjord liefert das passende Bild dazu: Mamdani als Marionette, geführt von einer Hand mit Davidstern. Das ist das klassische Motiv der jüdischen „puppet masters“, das das US Holocaust Memorial Museum als antisemitischen Mythos dokumentiert (Holocaust-Enzyklopädie). Praktisch an dieser Theorie ist, dass sie jeden Politiker und sein Gegenteil erklärt, womit Beweise überflüssig werden. Ein Modell, das für Mamdani und Trump gleichzeitig stimmt, hat vermutlich eher ein Problem mit dem Modell.

Thierry Dunque spottet über einen Millionenfonds zur „defense of Jewish feelings“, den es so nicht gibt. Andere sehen Verrat, weil Mamdani im Wahlkampf eine Festnahme Netanjahus prüfen lassen wollte. Seine Verwaltung kam im Juli 2026 nach juristischer Prüfung zu dem Ergebnis, dass die Stadt dafür keine eigene Rechtsgrundlage hat. Er fordert weiter, dass die USA dem Internationalen Strafgerichtshof beitreten und dessen Haftbefehl vollstrecken (Reuters). Wer darin einen Gesinnungswechsel liest, hat Rechtsstaat offenbar als Parteitaktik verbucht. Aaron Maté vergleicht eine Strategie gegen Antisemitismus im Gaza-Krieg mit einer gegen „Anti-Whiteness“ unter der Apartheid und behauptet, Israel und seine Unterstützer würden Antisemitismus selbst erzeugen. Das ist eine politische These des Autors, keine Verschwörungserzählung.

Der Screenshot aus Herzls „Der Judenstaat“ von 1896 stimmt übrigens. Der Satz, dass die Völker, bei denen Juden wohnen, alle samt und sonders verschämt oder unverschämt Antisemiten seien, steht im Original (Wikisource). Als Lesart des Carousel-Autors: Herzl hielt Antisemitismus für so tief verankert, dass selbst politische Schutzversprechen wackeln. Dass manche Kommentare 2026 mit jüdischer Weltkontrolle argumentieren, soll genau dazu die Verbindung herstellen. Das ist Interpretation und gehört so gekennzeichnet.

Laut NYPD entfielen in den ersten neun Monaten 2026 52,9 Prozent aller bestätigten Hate Crimes in New York City auf antisemitische Taten, insgesamt 245 bis Ende September. Jüdische New Yorker stellen ungefähr zehn Prozent der Bevölkerung. Die Strategie hat also einen realen statistischen Hintergrund, egal wie man einzelne Maßnahmen oder Mamdanis Israelpolitik bewertet.

Quellen:

https://www.sefaria.org/Sanhedrin.37a-43a?

https://schechter.edu/what-does-jewish-law-say-about-the-murder-of-muhammed-abu-khdeir-and-other-attacks-against-innocent-arabs-responsa-in-a-moment-volume-8-issue-no-9-july-2014/

https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/antisemitism

https://www.reuters.com/legal/litigation/why-new-yorks-mamdani-cannot-have-israels-netanyahu-arrested-2026-07-22

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