Update vom 6. November 2026
Seit dem ursprünglichen Artikel vom März 2026 sind neue Unterlagen zur Verbindung zwischen INSA-Chef Hermann Binkert und der AfD aufgetaucht. Eine Recherche der ZEIT zu geleakten AfD-Mails beschreibt einen direkten Austausch mit Alice Weidel im Jahr 2017. Binkert schickte ihr demnach vertrauliche Hinweise aus Erhebungen und gratulierte zu Beliebtheitswerten. Weidel bat ihn vor einem Auftritt bei Maybrit Illner sogar um Ideen zu sozialer Gerechtigkeit und Rente.
Diese Kommunikation belegt eine politische Nähe, die bei der Einordnung von INSA-Zahlen offengelegt gehört. Für manipulierte Umfragewerte fehlt weiterhin ein belastbarer Beleg. Am 3. November sah Forsa die AfD bei 26 Prozent und INSA bei 28 Prozent; die Differenz liegt innerhalb statistischer Unsicherheiten, weshalb Medien zumindest Institut und Auftraggeber direkt nennen sollten.
Passendes Video: HeyWolfi über INSA, Hermann Binkert und die AfD-Files. Der für diesen Artikel relevante Abschnitt beginnt ungefähr bei Minute 10.
Quellen zum Update: ZEIT-Podcast zur Recherche über Binkert und die AfD, aktuelle Umfragen bei Wahlrecht.de und frühere ZEIT-Recherche zu INSA und der AfD.
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Der ursprüngliche Artikel vom 30. März 2026
Warum wir bei YouGov, INSA & Co. genauer hinschauen müssen.
Zuallererst geht es mir hier nicht darum, die AfD auf Zwang kleiner zu reden, denn auch mit 23 % wären die blauen Faschos noch viel zu stark. Es geht darum, gewisse Vorgänge und Ungenauigkeiten zu hinterfragen.
Institute wie Forsa oder die Forschungsgruppe Wahlen sehen die AfD stabil bei etwa 23 %. YouGov und INSA ballern uns regelmäßig Werte von 26 % oder mehr um die Ohren. Drei Prozentpunkte mögen im ersten Moment klein wirken, machen bei Koalitionsfragen aber einen Unterschied.
Wir müssen über Incentivierung reden. YouGov & Co. funktionieren über Online-Panels. Wer macht dort mit, und sind Geldanreize bei politischen Umfragen kritisierbar?
Mit der Werbung für solche Umfragen werden eher Gruppen angesprochen, die etwas Geld nebenbei verdienen möchten. Die Seite Elterngeld.de veröffentlicht dazu ganze Toplisten und verbindet sie mit Informationen für alleinerziehende Mütter, die etwas dazuverdienen möchten.
Disclaimer: Wir empfehlen an dieser Stelle ausdrücklich Umfragesysteme. Von diesen „Mit Spieletests Geld verdienen“-Systemen rate ich ab. Dort ist weniger zu verdienen, und Nutzer werden teilweise dazu gedrängt, Echtgeld zu investieren, um schneller an die „Belohnungen“ zu kommen. Manche Apps zahlen ausschließlich Gutscheine aus, bei denen auch mal ein Code fehlerhaft sein kann.
Bei der einen oder anderen Umfrageseite oder App sind ungefähr 5 Euro am Tag möglich. Das kann für Menschen mit wenig Geld interessant sein. Für Durchschnitts- oder Höherverdienende lohnt sich der Zeitaufwand eher weniger. Die AfD spricht viele Menschen mit geringem Einkommen an:

Da die AfD in diesen prekären Schichten ihre Basis hat, ziehen solche Panels möglicherweise überproportional viele Rechtswähler an. Die Institute geben an, solche Unterschiede durch Gewichtung auszugleichen. YouGov wird stark von Bild und Welt genutzt und beauftragt. INSA gibt seine bezahlten Umfragen ebenfalls über die YouGov-Plattform aus.
Wer liest diese Bild-Artikel über den „Heizungs-Hammer“ und klickt anschließend direkt auf den eingebetteten Umfrage-Link? Bild und Welt werden zudem von AfD-YouTubern wie „LostimKopf“ und „Schwurblertagebuch“ sowie vom ähnlich arbeitenden NIUS-Format als Quellen benutzt. Es sollte also klar sein, welche Gruppen solche Angebote überproportional nutzen könnten.
Zu diesem Zeitpunkt kam der Iran-Krieg hinzu, der die Öl- und Gaspreise in die Höhe trieb. Auch andere Preise waren davon betroffen.

WDR: Iran-Krieg und Lebensmittelpreise
Wenn ich mir die damaligen Umfrageschwankungen, die finanzielle Situation und den radikalen Sozialabbau der Merz-Regierung ansah, erschien es mir plausibel, dass bezahlte Online-Umfragen überproportional von AfD-Wählern mit geringem Einkommen genutzt werden und die Daten dadurch verzerren könnten. Zweifel blieben auch wegen der engen Zusammenarbeit von YouGov mit dem Springer-Verlag und der großen Zahl an Rügen des Presserats.
Bild führte diese Übersicht mit großem Abstand an. Für mich zeigte das die ungenaue Berichterstattung des Mediums. INSA-Gründer Hermann Binkert war langjähriges Mitglied der Werteunion, nach eigener Darstellung aber wenig aktiv.
Sonstige Quellen:
Studie zu Umfragen:
Berichterstattung zu Umfragen:
ZEIT: INSA, Hermann Binkert und die AfD
Aktuelle Umfragen zum damaligen Veröffentlichungszeitpunkt:





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