MAGA sucht Ausgang

Donald Trump poliert einen goldenen Adler im Oval Office, während mehrere Regierungsmitarbeiter mit Kartons zum Ausgang gehen.

Donald Trumps Republikaner haben bei den Midterms beide Kammern des Kongresses verloren. Trump hatte im Wahlkampf noch verlangt, die Menschen sollten abstimmen, als stünde er selbst auf dem Zettel. Nach der Niederlage erklärte er, mit seinem Namen auf dem Wahlzettel hätte es einen Erdrutschsieg gegeben. Steht Trump nicht drauf, kann Trump auch nichts dafür; ein Kühlschrankmagnet arbeitet ähnlich differenziert.

Im US-Justizministerium traten bis Freitag drei hochrangige Vertreter zurück. Harmeet Dhillon ging am Donnerstag; John Eisenberg und Jason Reding Quiñones folgten einen Tag später. Dhillon hatte ihren Abschied laut Reuters schon Anfang Oktober angekündigt, und das Weiße Haus bat sie offenbar, bis nach der Wahl zu warten. Für Eisenberg und Quiñones wurde bisher kein Grund genannt. Im Organigramm ist jetzt mehr Weißraum als Text. Ein organisierter Massenabgang ist damit bisher nicht belegt; der Flur wirkt nur auffällig zugig.

Trumps Stabschefin Susie Wiles gerät ebenfalls unter Druck. Die republikanische Strategin Caroline Sunshine forderte bei Fox News öffentlich ihren Rücktritt. Wenn Fox News das eigene Personal aus dem Weißen Haus diskutiert, ist der MAGA-Familienchat offensichtlich eskaliert. Dort fehlen vermutlich nur noch eine wütende Sprachnachricht und ein Onkel mit Adlerprofilbild.

Der Independent setzte auch Außenminister Marco Rubio auf „resignation watch“. Rubio bestreitet die Berichte und will nach eigener Aussage bis zum Ende von Trumps Amtszeit bleiben. Sein Rücktritt sitzt damit im politischen Wartezimmer; die anonymen Quellen haben ihn aufgerufen, der Patient weigert sich aber, das Gebäude zu betreten.

Laura Loomer pausiert derweil ihre zweimal wöchentlich laufende Show. Sie nennt Erschöpfung und ihre bevorstehende Hochzeit als Gründe. Auch ihr Studio soll umgebaut werden, weil selbst der politische Weltuntergang irgendwann neue LED-Strips braucht.

Mediaite berichtete unter Verweis auf eine Newsweek-Auswertung von 119 Posts in weniger als 28 Stunden. Nach 119 Posts braucht auch eine MAGA-Maschine die gesetzlich vorgeschriebene Kühlphase. Loomer will Trump weiter unterstützen und online aktiv bleiben. Der politische Rückzug besteht also aus demselben Internet mit weniger Studiolicht.

Trump kümmerte sich unterdessen um das, was er offenbar zuerst retten wollte: sein Oval Office. Er erklärte es per Proklamation zum National Monument; auf dem Schreibtisch lag eine rote „VETO“-Kappe. Die Associated Press weist darauf hin, dass ein Nachfolger weiter umdekorieren und die Proklamation zurücknehmen kann; die Ewigkeit des Goldes endet also spätestens an einem Stift mit Geschmack.

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