Fühlt Ihr Euch auch manchmal am Rande der Gesellschaft?
Wenn ja, wie geht Ihr damit um?
Was ist es, dass Euch das Gefühl vermittelt, nicht dazu zu gehören?
Bei mir sind die Gründe wirklich vielfältig. Bereits im Kindergarten war ich immer die Letzte, wohl laut Kindergärtnerin, das einzige Kind, dass sich bei Ungerechtigkeiten, durchzusetzen versuchte und sich gegen ein sehr bösartiges Mädchen auflehnte. Die anderen hatten Angst vor ihr, ließen sich einschüchtern und passten sich lieber an.
Da ich in einem Dorf wohne und hier alles nicht ganz so anonym ist, weiß ich, dass dieses Mädchen, dass auch noch Jahre danach immer ein Schrecken für andere Kinder darstellte, heute den großen Erfolg anstrebt. Geschlagen hatte sie Kinder. Im Kindergarten Kissen mit Nadeln versehen, Kleistertöpfchen auf die Köpfe der Kinder geklebt und sich lustig gemacht. Bestraft wurde sie fast nie. Ihre Mutter arbeitete im selbigen Kindergarten und ließ an Ihrer Tochter keinen Tadel.
Ganz im Gegenteil. Sie wurde verwöhnt, bekam Sonderrechte und über ihre grenzüberschreitende Art, wurde hinweggeschmunzelt. Kinder, die schon früh Gewalt durch Fremdeinwirkungen aushalten müssen, kämpfen sich durch immer wiederkehrende Fremdeinwirkung und um einen Platz in dieser Gesellschaft. Gewalt macht Menschen mit stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, das Leben zur Hölle. Ich habe irgendwann überlegt, ob ich wirklich in diesem narzisstischen System, dieser Ellenbogenmentalität, dazu gehören möchte. Und die Antwort lag auf der Hand.
Natürlich nicht! Außenseiter zu sein, bedeutet nicht unbedingt falsch oder schlecht zu sein! In meinem Falle ist es ein klares Statement, dermaßen menschenverachtende Systeme nicht zu unterstützen. Der Preis dafür ist enorm: Armut, Zukunftsängste und Einsamkeit. Es wird zunehmens schwerer Gleichgesinnte zu finden. Ich nehme es so wahr, dass viele Außenseiter verzweifelt versuchen dazu zu gehören, anstatt zu ihrer Position zu stehen. Existenzängste und mangelndes Selbstwertwertgefühl treiben immer mehr Menschen in die Enge und in aller Verzweiflung wird das Konkurrenzspiel da draußen einfach mitgespielt. Wer den Anschluss verpasst, stürzt nicht selten in eine Depression.
Da Schwarzweißdenken für mich keine Option darstellt, weiß ich, dass nicht alles da draußen negativ ist und sich auch nicht alle Menschen anpassen, um erfolgreich zu sein. Genügend Menschen haben sich für den Mittelweg entschieden und machen ihr Ding, ohne andere von ihrem Tron zu schubsen. Es ist nur unendlich schwer, diesen Personenzweig zu finden und sich mit ihm zu vernetzen. Ich muss es alleine schaffen. Einen Weg für mich finden, um in dem Dschungel von narzisstischen Glaubensmustern, zu bestehen und nicht unterzugehen. Ich suche die Grauzone, einen Weg der mich nicht in die komplette andere Richtung führt…
Ich will mich nicht idealisieren, weil ich ein Sonderling bin, aber das Zerfließen in Selbstmitleid kommt für mich ebensowenig in Frage. Mein Leben ist also beides: Besonders, einzigartig, zugleich jedoch auch traurig und unendlich mühselig. Wie fühlt Ihr Euch? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!





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