Stationäre Therapie

Nun, zu meiner Erfahrung in derselben Klinik, in der ich einst auf die Borderlinestation gepackt wurde. Da diese Klinik nun mal die einzige in meiner Umgebung ist, die Akutpatienten aufnimmt, versuchte ich mein Glück noch einmal, wurde aber dieses Mal auf eine andere Station gebracht. Es hätte alles gut laufen können, aber auch da, gab es nur einmal die Woche, ein nicht mal einstündiges Gespräch. Ich versuchte mich somit in erster Linie um meine sozialen Ängste zu kümmern. Ich hatte so lange keinen Austausch mehr gehabt, dass ich beinahe dachte, ich hätte das komplett verlernt. Zusätzlich war da die unaufhaltsame Angst, psychotisch zu sein, weil ich ein außergewöhnliches Dualseelen/ Zwillingsseelenerlebnis gehabt hatte. Diese Sorge jedoch, war völlig unbegründet. Ich erfuhr, dass die Psychologin von so einem Phänomen, schonmal gehört hatte und das Psychologen auch noch nicht alles erklären könnten.


Es gab einige nette Personen in der Klinik, aber ich kam, so wie es sich erst hinterher herausstellte, zu einem vielleicht ungünstigen Zeitpunkt. Ich geriet in eine Gruppe, die mir nicht gut tun würde, hätte zu Beginn aber nichts davon bemerken können, weil ich bereits vom ersten Tag an, von einer Mitpatienten manipuliert wurde. Das sie selbst die Diagnose „Narzisstische Persönlichkeitsstörung“ diagnostiziert bekommen hatte, verschwieg sie mir.

Sie verglich unsere Erlebnisse miteinander und sagte mir, dass man selbst nicht narzisstisch sein könnte, vorausgesetzt man würde sich selbst reflektieren. Erst bei längerem Kontakt, spürte ich irgendwann das da was faul ist, aber das werde ich vielleicht nochmal in einem separaten Post ansprechen. Als eine andere Mitpatientin frisch auf die Stationen kam, fühlte ich mich überrollt. Sie setzte sich neben mich, versuchte ein Gespräch zu beginnen und fing sofort an zu meckern. Sie äußerte einen Wunsch in einem aufgesetzt schnippigen Ton. „Boah, hoffentlich guckt ihr nicht auch diese seltsame Scheiße, vonwegen Bachelor und so….

Mit den ganzen dummen Weibern…“ So, oder so ähnlich waren ihre Formulierungen. Sie versuchte andere permanent so zu kontrollieren, wie sie das für nötig empfand, weil sie Probleme mit sich selbst hatte Jeder musste so sein, wie sie das wollte, damit sie sich selbst nicht so minderwertig fühlen musste. Über subtile Schuldgefühle machte sie andere gefügig. Unabhängig von mir, klappte das sehr gut innerhalb der Gruppe. Ich grenzte mich ab, zog mich mehr zurück, weil ich wusste, dass ich nicht verantwortlich für die anderen Patienten war. Ich ließ mich nicht manipulieren! Die anderen jedenfalls kümmerten sich um die Patientin und fanden dass sie Mitleid verdient hatte und dass ich zu streng zu ihr wäre. Aber sie verdrehte mehrere Male die Augen, wenn ich mich zu der Gruppe setzte, sie entschied über alle Köpfe hinweg, sie hatte sichtlich ein Problem damit, dass ich mich mit einem Patienten, der echt ein guter Freund hätte werden können, gut verstand. Sie drängeln sich in den Vordergrund, ich wurde nach und nach aussortiert. „Die Anke mag mich nicht!“ …Ich wurde dargestellt, als wäre ich mal wieder der Täter. Zudem entschieden andere plötzlich mit wem ich meine Zeit zu verbringen hatte und mit wem nicht.

Einmal gingen wir als Gruppe durch den Park, wir machten Späße und hatten sichtlich Spaß dabei. Plötzlich keifte sie mich an und fragte mich, ob ich das lustig finden würde… Ich verstand die Welt nicht mehr. Wir alle hatten dieselben Witze gemacht. Sie lachte mit. Bei mir war es plötzlich etwas völlig anderes. Sie unterstellte mir, sie anzugreifen. Ich stellte das klar. Sagte lieb, dass das überhaupt nicht meine Absicht war und ärgerte mich später, so schockiert und eingeschüchtert reagiert zu haben. Es wäre besser gewesen, ihr eine knallharte Grenze aufzuzeigen, zumal sie mich vor allen bloßgestellt hatte. Natürlich hatte ich mal wieder keine Chance.

Sie zog alle auf ihre Seite. Der Typ, mit dem ich glaubte eine Freundschaft führen zu können, verliebte sich in sie und die beiden wollten sich darüber zum Mittelpunkt der Station machen. Es ging um Anerkennung, um nichts sonst. Ich weiß noch gut, dass wir einen Tag mal nach Köln fuhren, um dort eine ehemalige Patientin wiederzusehen, da umarmte mich diese und sagte lieb zu mir: „Boah, Anke, du riechst so gut, was hast du drauf?“ … Ich wusste es nicht mehr, bedankte mich und überlegte einen Moment  … welches Parfum ich an diesem Tag aufgetragen hatte. Da hörte ich von rechts abfällig, beleidigt: „Ja klar und ich stinke oder was… das ist mal wieder so klar!“

Wieder unterstellte sie mir auf subtile Weise, dass ich mich in den Mittelpunkt drängte. Aber ich machte garnichts. Auf einem Fantasialandausflug meckerte sie bei einer Vorstellung auch wieder rum und es passte ihr nicht, wo ich saß. Man bat mich die Plätze zu tauschen, weil sie ja so ein „armes Küken“ war und ich ja auch da wahrscheinlich wieder, um jeden Preis, besser sein wollte.

Es ging nur so. Ich durfte nicht lachen, ich dufte mich nicht zurecht machen, wenn ich mit ihr und ihrem Partner normal sprach, wurde ich ignoriert… Es war unverschämt. Mann schloss mich aus und diskriminierte mich, weil ich normal war. Weil ich respektvoll mit allen umging, wohl aber Grenzen setzte und mit mir im Reinen war… Meine sozialen Ängste und Unsicherheiten wurden hingegen immer schlimmer. Die Klinik konnte mir letztlich nicht helfen.

Ich hungerte dort Tage lang, weil die Küche meine Unverträglichkeiten nicht berücksichtigte. Als ich die Klinik entließ, hatte ich enorme Mangelzustände. Eisen, Zink, Vitamin B… Ich litt bereits unter einer Blutanämie und wurde abermals als psychosomatisch erkrankt eingestuft und an eine Reha vermittelt. Egal wo ich engere Kontakte knüpfe, es passiert zu 80% immer wieder, dass man mich diskriminiert. Aber ich schade niemanden.

Ich gehe IMMER respektvoll mit Mitmenschen um! Mein Psychologe sagte mir, dass läge an meiner Intelligenz? Ich wäre sehr klug…? Ist das so? Ich kann es oft nicht annehmen und sehen. Was bringt es schon, wenn man sein Leben lang gehasst und gedisst wird?

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