Toxische Menschen!

Mit meiner Partnerschaft kamen auch neue Menschen in mein Leben. Ich lernte die Gäste von der Party zuvor näher kennen und mein Bauchgefühl meldete sich erstmals zu Wort. Irgendwas stimmte nicht. Der Sohn vom Freund des Vaters meines Partners, sprach mich sehr oft an und idealisierte mich für die einfachsten Dinge. Ich merkte die Bedürftigkeit dahinter und versuchte mich innerlich abzugrenzen. Immer wieder wurde Alkohol getrunken und auf Partys kam es häufig zu Streitereien und Extremausfällen. Mein Partner und ich zogen uns zurück, aber bekamen selbst bei verschlossener Türe mit, wie gebrüllt wurde und es zu Rangeleien kam.

Ich weinte vor Angst und Schrecken, weil es in einem Falle so schlimm war, dass beinahe ein Mensch vom Balkon gestoßen wurde. (So erklärte man uns später die unfassbare Lautstärke und den gleißenden Knall). Man entschuldigte sich nach der Party bei uns. Trotzdem war es furchtbar, wie wenig man die Grenzen anderer achtete und man beispielsweise einfach in das Zimmer meines Partners eintrat. Es war absolut respektlos und wir versuchten uns auszuklinken und unser Ding zu machen.
Unabhängig des unfreiwilligen Umfeldes meines Partners, begleitete ich einen Tag, meine Freundin mit auf den Reiterhof, wo sie sich regelmäßig um ein Pflegepferd kümmerte.

Die Schwester kam auch, dann wurde mir erstmalig bewusst, wieso die meisten Gäste an dem Tag der Feier, auf der ich meinen Partner kennengelernt hatte, so angespannt waren und Sorge hatten, die Gastgeberin auch bloß nicht zu enttäuschen.

In einer Tour redete diese so naive kindliche Person von ihrem perfekten Leben, welches andere für sie arrangierten. Sie ging nicht arbeiten und hatte da auch sichtlich keine Lust zu, aber es war für sie völlig logisch, dass ihr Partner in ein Pferd finanzierten würde und überhaupt wäre das gar nicht so teuer. Sie müsste es bloß bei ihrer Großcousine in der Eifel unterbringen.

Später bestätigte mein Partner das, was ich bereits vermutet hatte. Die Großcousine hatte überhaupt keinen Schimmer von den Plänen ihrer Nichte. Sie war einfach so erfolgreich im Lügen, dass sich die Balken bogen. Und das war wohl typisch für sie. Mein Freund riet mir, mich von ihr fernzuhalten.
Gesagt, getan, aber das, was ich mitbekam, bereitete mir Kopfschmerzen. Zu Hause im gemeinsamen Elternhaus, stapelten sich Nagerkäfige, die viel zu klein waren und nicht den geeigneten Lebensbedingungen der Tiere entsprachen.

Die Rennmäuse hatten oft tagelang kein Wasser oder die Möglichkeit ein Sandbad zu nehmen und immer wieder wurde sich darum gestritten, wer die Käfige zu reinigen hatte. Die Drecksarbeiten übernahm der Partner. Ihr Lakaie, den sie immer wieder auf Schritt und Tritt kontrollierte. Er durfte nicht einmal das essen, was er wollte, wenn er von der Arbeit heim kam. 


Immer wieder suchte der gemeinsame Vater Küchenutensilien, worauf dieses unfassbare Monster meinem Partner und mir unterstellte, wir würden keine Ordnung halten. Eines Tages fand man die Gegenstände unter ihrem Messie-Chaos wieder. Verstarb ein Meerschwein, kaufte der Vater seiner Prinzessin einfach ein neues und so wurde das arme Tier freudestrahlend auf dem Küchentisch präsentiert, wo es erst mal, während wir am Tisch saßen, seine Notdurft erledigte.

Ein Gefühl für das Wohl anderer hatte die Schwester meines Partners nicht. Sie war komplett empathielos und ging sogar so weit, uns für ihre Konflikte verantwortlich zu machen. Als der Vater eines Tages vom Dreck der Tiere genervt war und seine Tochter dazu aufforderte, den Unrat zu beseitigen, quäkte sie nur rotzfrech: „Immer muss ich alles machen, während der Fettsack und seine Alte auf dem Zimmer gammeln dürfen.“

Es war unmöglich. Sie fing an, mich zu beobachten und bekam laufend Informationen über mich, da meine Freundin ihrem Unmut Luft machte, indem sie vertrauliche Fakten über mich, weiterreichte.  
Für mich wurde die Situation zu einem Spießrutenlauf. 


Krankheitsbedingt konnte ich tagelang nicht zur Schule gehen und ich wollte meinen Partner unbedingt wiedersehen. Also erlaubte mir meine Ärztin trotz Beschwerden, zu einer Feier zu fahren, wo er eingeladen war, damit ich bei ihm sein konnte. 


Mit mir war natürlich nichts los. Ich saß bloß eingemummt bei ihm und wir unterhielten uns. Das war alles. Meine Freundin jedoch, die zu diesem Zeitpunkt keine mehr war, soviel ist mal sicher, ignorierte mich eiskalt, obwohl ich ihr die Situation erklären wollte. 


Sie lästerte lieber mit der arroganten Schwester meines Ex und erzählte nach diesem Abend in der Klasse, ich würde Partys der Schule bevorzugen. Als ich wieder soweit fit genug war, um den Unterricht wieder aufzusuchen, merkte ich die Anspannung der Schüler und wie ich ignoriert wurde…

Mein früheres Mobbingerlebnis hatte sich also wiederholt. Nur weil niemand akzeptieren wollte, dass ich unter einer Behinderung litt. Einer unsichtbaren Erkrankung, nämlich, bei denen sogar die Ärzte rätselten. Ich konnte vieles einfach nicht. Das verstand nun mal keiner!


Um über die Situation zu sprechen, trafen wir uns dann gemeinsam mit einer anderen Schülerin und redeten über die gesamte Situation. Ich weiß noch, wie der Partner meiner Freundin, der sie begleitet hatte, Partei für sie ergriff und mir erklärte, ich solle gefälligst auch krank zur Schule kommen und für meine Freundin da sein. 


Ich war da. Immer. Ich war aufrichtig, hatte viel zugehört und es ging viel um sie, wenn wir miteinander sprachen. Sie hatte mir bereits auch einiges über die Schwester meines Freundes erzählt und dies war alles andere als positiv. Sie war also falsch! Meine Freundin handelte passiv-aggressiv. Stets auf ihren Vorteil bedacht, sodass niemand sich verteidigten konnte. Sie wollte mich für sie verantwortlich machen. 


Es war kein schönes, klärendes Gespräch, das wir da führten. Beide Mädels hatten ihren Partner mitgebracht und ich kam mir eher vor, als sollte ich einsehen, dass ich verloren hatte. Wobei auch immer. 


Ich zog mich zurück, schrieb mir in einem Brief meinen Frust nieder, gab ihn meiner, für mich ab da, abgehakten Freundin und konzentrierte mich nur noch auf meine Beziehung. Da konnte ich mich wenigstens fallen lassen. 
Von dem Schulstress wurde ich dann erst einmal für längere Zeit befreit. 
Der emotionale Stress obendrauf, hatte seine Tribute gefordert.


Ich konnte nicht mehr. So beendeten alle die Ausbildung, machten ihr Fachabitur, während ich schmerzlichst aus der Ferne zusah. 

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