Remaster-Version des ursprünglich am 18. August 2022 veröffentlichten Beitrags. Rechtschreibung, einzelne Formulierungen und der heutige Blick wurden behutsam aktualisiert.
Egal, ob auf Social Media oder im echten Leben: Oft haue ich irgendwelche Mindset-Sprüche raus, wirke sehr optimistisch und manchmal vielleicht ein wenig klugscheißerisch. Bin ich mehr Schein als Sein, oder woher hat das bei mir eigentlich seinen Ursprung?
Es gibt viele Coaches, Berater und Mindset-Blogger im Netz, aber so einer möchte ich gar nicht sein, auch wenn das manchmal so wirken mag. Viel eher sind meine Erfahrungen, Erfolge und Niederlagen im Leben der Grund für meine Eigenart.
Fangen wir also mal von vorne an!
Anfang 20 war ich noch ein Träumer und Zocker, der gerne in einer anderen Welt lebte. Träumen ist per se nichts Schlechtes. Man muss für seine Träume aber auch etwas tun und versuchen, sie in die Realität zu holen. Ich lebte damals oft mehr in meinen Vorstellungen als in dem, was ich tatsächlich dafür tat. Trotzdem bereue ich diese Wege nicht. Ohne jemals falsch abgebogen zu sein, wüsste ich heute vieles nicht, was ich inzwischen gelernt habe.
Natürlich brauchen wir andere Menschen. Wir brauchen Nähe, Liebe und manchmal auch Bestätigung. Der eigene Wert sollte davon aber nicht vollständig abhängig sein. In allererster Linie muss ich auch mit mir selbst leben können.
Das gilt für mich ebenso in Beziehungen. Kompromisse bei Kleinigkeiten sind vollkommen normal. Niemand muss zu hundert Prozent dieselben Hobbys oder Interessen teilen. Man sollte sich aber nicht so sehr anpassen, dass von der eigenen Persönlichkeit kaum noch etwas übrig bleibt, nur um nicht allein zu sein.
Liebt ein Partner oder eine Partnerin uns wirklich so, wie wir sind? Oder versucht einer ständig, den anderen zu verändern? Streit und Reibung gehören dazu. Dieses alte Prinzip, dass eine Person die Hosen anhat und bestimmt, wo es langgeht, empfinde ich dagegen nicht als gesund. Eine Beziehung auf Augenhöhe, mit gegenseitigem Respekt und Vertrauen, bleibt für mich die Grundlage.
„Never give up“ steht auf meinem Tattoo, und der Satz gehört noch immer zu mir. Heute verstehe ich ihn aber etwas anders als früher. Niemals aufzugeben heißt nicht, jedes Warnsignal zu ignorieren oder ständig über die eigenen Grenzen zu gehen. Es heißt für mich, Rückschläge ernst zu nehmen, daraus zu lernen und trotzdem weiterzumachen.
Damals brauchte es viele Joggingrunden im Wald, um meinen Kopf freizubekommen und zu einigen Erkenntnissen zu gelangen. Bewegung half mir, Gedanken zu sortieren. Mein Ehrgeiz hatte allerdings auch eine ungesunde Seite. Meine längste Strecke am Stück waren ungefähr 16 Kilometer, obwohl ich Schmerzen und andere Warnzeichen bemerkte. Das war keine besondere Stärke, sondern ein Fehler.
Fortschritt ist wichtig. Aber er ist nicht automatisch gesund, nur weil man sich dabei immer weiter antreibt. Auf den eigenen Körper und die eigene Seele zu achten, gehört genauso dazu. Das Bundesgesundheitsportal erklärt, dass regelmäßige Bewegung Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit fördern kann. Daraus folgt trotzdem kein Grund, Beschwerden zu ignorieren oder sich für irgendeinen Erfolg kaputtzumachen.
Mein Mindset zeigt sich heute weniger in irgendwelchen Sprüchen als in dem, was ich tatsächlich daraus mache. Ich verbinde Schreiben, Video, Audio, Web, Design, Musik und Recherche, weil ich aus Ideen echte Projekte entwickeln möchte. Meine Familie ist dabei weiterhin mein wichtigster Antrieb.
Also ja: Ich bin optimistisch, manchmal stur und wahrscheinlich weiterhin ein bisschen klugscheißerisch. Perfekt ist mein Mindset nicht. Aber es ist ehrlicher geworden. Never give up bedeutet für mich heute auch, rechtzeitig zu merken, wann Durchhalten Stärke ist und wann eine Pause die vernünftigere Form des Weitermachens ist.
Quellen und Original
Originalbeitrag vom 18. August 2022
gesund.bund.de: Gesund durch Bewegung
Beitragsbild: James Wheeler / Pexels.





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