Mut zur Wut

Mal Hand aufs Herz, traut Ihr Euch wütend zu sein?

Ich spreche nicht davon, diese fiese Emotion an anderen auszulassen. Das versteht so manch einer leider falsch. Oft passiert es, dass Wut, die nun mal da ist, im wahrsten Sinne des Wortes, im Bauch wütet und nach außen hin sichtbar wird, andere förmlich dazu veranlasst diese auf sich zu beziehen, ohne, dass dies nur annähernd thematisiert wurde.

Was soll ich sagen, mir ist sowas schon passiert. Bei näherer Betrachtung jedoch, stellte ich fest, dass es beinahe schon zur Normalität geworden ist, sich diese Emotion gegenseitig zu verbieten. Sie wird als Charakterschwäche gedeutet, obwohl sie das gar nicht ist. Schnell schleicht sich die Schlussfolgerung ein, dass Wut grundsätzlich in Aggression mündet und Unheil verursacht. Sie kann aber auch Gerechtigkeit herstellen und für ein harmonisches Miteinander führen, weil man die Fronten untereinander klärt. Was ist also entscheidend, um zwischen sinnvoller Wut und destruktiver Wut zu unterscheiden?


Die soziale Kompetenz! -Und die ist erlernbar! Da muss sich keiner mehr für seine zerstörerische Kraft im Inneren schämen, da man so lernt sie zu regulieren und als Wegweiser zu nutzen. Leider musste ich mehrere Male beobachten, wie manch einer auf die Tränendrüse drückt, um Verständnis für sein destruktives „Verhalten“ einzufordern. Dazu wird dann gerne die „Opferhaltung“ verwendet und somit Verantwortung abgegeben.

Diese Strategie ist von toxischen Menschen äußerst häufig im Gebrauch, weil sie mit den eigenen Emotionen schnell so überfordert sind, dass sie die Schuld grundsätzlich bei anderen suchen und da dann schlussendlich auch die Verantwortung sehen. Das ist eine Form von subtiler Gewalt, da keiner verantwortlich für das Wohlbefinden anderer ist. Die Erwartungshaltung ist schlichtweg grenzüberschreitend. Niemand „muss“ sich um andere kümmern, wohl aber um sich selbst! Denn wenn wir dafür sorgen, dass es uns gut geht, (ohne andere dafür zu benutzen), dann können wir in Solidarität alles Positive teilen.


Sind wir wütend, wird das leider schwieriger.
Dennoch, diese Emotion will gefühlt werden und uns dazu verleiten, einen Mangel, oder Unrecht umzukehren. Es geht darum, unsere Grenzen zu schützen. 


Niemand muss sich die Butter vom Brot nehmen lassen, nur weil es jemanden anderes schlecht geht! 


Da mir sehr oft, mittels Manipulationen, Schuld eingeredet wurde und ich Sorge hatte Hilfeleistung zu verweigern, ließ ich andere gewähren und mich benutzen. 


Dabei nahm man mich emotional aus, wie eine Weihnachtsgans. 
Die explizite narzisstische Gewalt war am schlimmsten in ihrer Auswirkung. Ich konnte durch Realitätsverdrehungen und Lügen am Ende meiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr trauen. 
Ich dachte, ich sei verrückt.
Dem war nie so. Und als ich die Verstrickungen erkannte und die Absichten verstand, war da diese nie enden wollende Wut.


Man hatte mich in ein Dilemma verfrachtet und mich Schach Matt gesetzt. Ich hatte, um es platt auszudrücken, die Arschkarte gezogen und keine Chance mich selbst zu retten. Erstarren war die einzige Chance, um zu überleben. Mein Trauma war geboren…


Aus dem bedrückenden Gefühl der Ohnmacht, versuche ich mich nun, Schritt für Schritt hinaus zu kämpfen, während da immer wieder dieser Hass auf die Täter ist, die mir das angetan haben! Die immer noch tagtäglich Verantwortung abgeben, nichts befürchten müssen und stets alle Lorbeeren pflücken, die andere eigentlich verdient hätten. 


Findet also Wege, dieser Wut Raum zu geben. Sonst zerstört sie Euch!
Ihr dürft das! Das ist gesund! Lasst Euch nichts anderes einreden
und hinterfragt nie Emotionen, sondern Verhaltensweisen! 
Denn die sind, im Gegensatz zu Gefühlen, jederzeit zu bewerten! Niemand hat das Recht dazu, Euch fertig zu machen, Euch etwas wegzunehmen oder aus dem Verkehr zu ziehen.

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