Borderline (Retraumatisierung)

In der Zwischenzeit, in der mir mein Trauma nicht bewusst war, suchte ich mir therapeutische Hilfe in einer Klinik, weil mich Depressionen und Ängste quälten. Ich bekam überall bei den Ärzten zu hören, dass alle meine körperlichen Symptome psychosomatisch bedingt seien. Wahrscheinlich war dem auch so, weil Stress zu einem Übermaß an Cortisol im Blut führt. Aber Gesprächstherapie war nicht das, was mir half. Ich hätte medizinische Unterstützung benötigt.

In der Klinik jedenfalls waren die meisten Betten belegt. Ich wurde in der Aufnahme angehört und erzählte von all der Gewalt und den Ungerechtigkeiten, die mir angetan wurden und das, was man mir danach zehn Minuten sagte, ließ mich erschaudern. „Klingt nach Borderline!“ Die Wut in meinem Bauch sprengte in jenem Augenblick alles! Der Witz ist, dass ich heute weiß, dass ich in einem Umfeld integriert gewesen war, indem Borderlineverhaltensweisen die Norm darstellten. Gepaart mit narzisstischen Zügen.

Ich war fassungslos! Ich war so fertig mit meinem Leben, dass ich mir freiwillig eingestand Hilfe zu brauchen. Die anderen dachten nicht mal im Traum daran, Verantwortung für ihr Handeln zu tragen. Wieso auch? Sie werteten einfach alle ab, die nicht bereit waren, ihnen zuzustimmen. Sie selbst waren auf diese Weise, fein raus. Indem sie einfach jegliche Schuld und Verantwortung auf mich abwälzten, idealisierten sie sich selbst. Die Täter wurden innerhalb einer viertel Stunde, von dem Klinikpersonal für unschuldig betitelt und ich war schief gewickelt und ganz offensichtlich so gestört, dass ich meiner eigenen Wahrnehmung nicht trauen konnte und einfach einen Stempel aufgedrückt bekam. EIN RIESEN FEHLER!

-Denn genau das machte mein Trauma schlimmer. Mir wurden fremde Realitäten eingebläut und jegliche Fakten klammerte man aus. Man machte sich ja nicht einmal die Mühe, mich in einem Psychologengespräch näher kennenzulernen. Man diagnostizierte mir einfach eine Borderlinestörung… VERBOTEN! -Aber das interessierte die Klinik nicht. Auf der Station angekommen, kam der nächste Schock. Da saß ein Mädel, dass ich noch aus meiner Kindheit im Dorf kannte. Sie hatte meine Schwester und mich immer mit abfälligen Blicken gestraft und mit anderen Chormitgliedern, indem wir sangen, über uns, aufs Übelste gelästert. 


So viele Jahre später, arbeitete diese Göre in einer Psychiatrie und spielte sich in einer Art und Weise gekünstelt auf, sodass sie alle Patienten dort behandelte, als seien diese unzurechnungsfähig und bekloppt. Sie war ja so unheimlich kompetent und bildete sich ganz offensichtlich etwas auf ihre Position ein.
Es ist interessant, wie manche Menschen glauben, dass beruflich soziale Positionen, ihren pathologischen Narzissmus, ihr aufgeblasenes Ego, verstecken würden. 


Es ist kein Scherz, Narzissten tummeln sich supergerne da, wo sie niemand erwarten würde. Sie machen das nicht bewusst. Nicht vorsätzlich… Sie wollen eben liebenswert sein und glauben, dass der Beruf sie zu dem macht, was sie gerne wären. Falsch! Nur die eigene Einstellung gepaart mit dem Charakter, entscheidet darüber, wer du bist! Eine Identität hat etwas mit Authentizität zu tun, nicht mit einer Position oder Wirkung… 


Ich sprach die unglückliche Situation an und berichtete der Stationsleiterin mein Unbehagen. Sie verstand mich auf Anhieb und begriff, dass eine geeignete Therapie, nicht mit dieser Mitarbeiterin funktionieren würde. Sie war ein Traumatrigger und hätte sich in ihrer Position, wie zu Zeiten meiner Kindheit, über mich gestellt und bewiesen, wie kompetent sie doch war, während ich ja bewiesenermaßen in der Psychiatrie stationiert war. Sie suchte auf Anraten des Personals ein Gespräch mit mir und log mir ins Gesicht. Sie behauptete, sich nicht an mich erinnern zu können und meinte, sie würde immer so abfällig drein schauen, weil sie nicht anders könne.

Ich glaubte ihr kein Wort, aber berichtete ihr trotzdem sachlich, wie ich mich als Kind gefühlt hatte. Wenn ich ihr heute in meinem Dorf über den Weg laufe, schafft sie es nicht einmal mich anzusehen und schaut beschämt weg. Jemand, der die Wahrheit spricht und in der Lage ist, Verantwortung für sein Denken, Fühlen und Handeln zu tragen, hat keinen Grund sich zu vergrämen. 
Es sind teils die FALSCHEN in therapeutischer Behandlung! Die Menschen, mit den größten Störungen, genießen ihr Leben! AUF KOSTEN ANDERER! Die meisten Patienten in dem Bunker waren mir suspekt.

Sie hatten Sex im Aufzug, rauchten teils verbotenerweise auf den Zimmern, stritten sich andauernd, mobbten die Schwächeren und waren wie die Kinder. Ich erinnere mich gut, wie ich jemanden die Frage beantworten wollte, was mir fehlte und wieso ich in der Klinik war. Als ich davon berichtete, dass ich durch eine falsche Medikamentenvergabe beinahe gestorben war, wurde ich plötzlich grob von der Seite angeblafft.

Ich würde mich nicht an die Regeln halten und andere Patienten triggern, wenn ich über das Thema Tod sprechen würde. Schließlich hätten andere schlimme Suizidgedanken und ihnen würde es ja so schlecht gehen. 
Noch heute hätte ich diesem Affen, mit seiner Ätschibätschi-„Ich-bin-ein-dreijähriger-hosenscheisser-Mentalität“, am liebsten seinen Schädel auf den Gruppenraumtisch geknallt, damit er endlich seine elendige, eitle, selbstbezogene Fresse hält. 


Ich hatte nicht mal ansatzweise an den Freitod gedacht und andere Menschen hatten mir beinahe mein Leben genommen und ich hatte leise die Frage eines lieben Mitpatienten beantwortet und schon wollte man mir wieder Schuldgefühle auferlegen. Man verbat mir den Mund! Ich hatte mich anderen anzupassen, wenn ich nicht das Arschloch sein wollte… 
Wieder erlebte ich die pure Unterdrückung und war diesen widerlichen Ohnmachtsgefühlen ausgesetzt.
Wie ich aus dieser Klinik schneller wieder herauskam, wie ich dort aufgenommen wurde…

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